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Birgit Orths, seit 25 Jahren Steuerfahnderin in Düsseldorf, seit 2015 Ermittlerin und Vertreterin in der Sondereinheit EOKS - Ermittlungsgruppe Organisierte Kriminalität und Steuerhinterziehung

Birgit Orths, seit 25 Jahren Steuerfahnderin in Düsseldorf, seit 2015 Ermittlerin und Vertreterin in der Sondereinheit EOKS - Ermittlungsgruppe Organisierte Kriminalität und Steuerhinterziehung

Steuerfahnderin deckt auf: Fiktion oder bittere Realität? Ein unverblümter Blick hinter die Kulissen

Zum THEMA: 

Birgit Orths ist seit rund 25 Jahren Steuerfahnderin und ermittelt in Fällen der Organisierten Kriminalität. Vor allem der europaweite Umsatzsteuerbetrug mit 50 Milliarden Euro Schäden jährlich, aber auch Clan-Kriminalität, CumEx Deals, Verfahren im Zusammenhang mit Staatsschutzdelikten, Ermittlungen zu den Panama Papers, Korruption, Betrug durch Corona Soforthilfen, und vieles mehr sind Bestandteil ihrer Arbeit.

Unser aller Geld in den Händen von Kriminellen.

Eigentlich wollte sie über eines der von ihr erlebten Verfahren einen Krimi schreiben – jetzt ist es ein Insiderbericht geworden.

Durch Steuerhinterziehung, insbesondere der besonders schweren Art, fehlen dem Staat – und somit uns Steuerzahlern - pro Jahr rund 100 Milliarden Euro. Können wir etwas dagegen tun?

Ja,  aber… 

Die Kollegen und Kolleginnen der Steuerfahndung sind in den einzelnen Verfahren Ermittlungsbeamte der Staatsanwaltschaft und – das wissen nur sehr wenige – haben dieselben Rechte und Pflichten wie die Polizeikollegen. Sie leiten Strafverfahren ein, ermitteln, führen Razzien durch, vernehmen Täter, können jemanden festnehmen, auch erkennungsdienstliche Behandlungen dürfen sie vornehmen, observieren und Telefone abhören. Also - theoretisch.

Praktisch sieht das wohl alles leider etwas anders aus. Über die Fehler im System und über hochintelligente Täter, die diese ausnutzen und darüber, dass auch der Politik zuweilen offenbar der Wille fehlt, manche Straftaten zu verhindern, hat sie ihr Buch geschrieben.

„Die Vernehmung mit dem Kollegen des LKA lief auch super, ein volles Geständnis. Auf der Rückfahrt hielten wir dann noch in einem alteingesessenen Café. Als ich ihn fragte, wieso er seine dicke Lederjacke nicht ausziehe, lüftete er die Jacke kurz an der rechten Seite hoch. Ach ja, ganz vergessen, die Wumme. Polizisten sind ja bewaffnet. Anders als wir. Wir sind nicht bewaffnet. Also, zumindest mit nichts, was weh tut. Moment, doch, hab ich vergessen. Wir haben die stärkste Waffe von allen: den Kugelschreiber.“

Die Steuerfahndung ist Teil der Landes-Finanzverwaltungen und macht dort nur einen verschwindend geringen Anteil am Personalbestand aus. In NRW sind es rund 2% aller Finanzbeamten. Die Steuerfahndung als Strafverfolgungsbehörde ist kein Kernbereich der Finanzverwaltung. Als solche hat diese nur wenig Gespür für Strafverfolgung, identifiziert sich damit eher nicht und denkt nicht wie Strafverfolger.

Die Autorin zeigt auf, was passieren muss, damit aus dem „ja, aber“ ein „ja, wir können“ werden kann.

 

ÜBER DIE REFERENTIN:

Birgit Elisabeth Orths (Jahrgang 1965). Nach dem Abitur: Ausbildung an der Fachhochschule für Finanzen, Abschluß: Diplom Finanzwirtin. Danach war Frau Orths einige Jahre beim Finanzamt Kempen zunächst als Sachbearbeiterin im Innendienst und sodann im Außendienst als Betriebsprüferin eingesetzt. In 1995 war sie in einem knapp einjährigen Einsatz als Betriebsprüferin im Finanzamt Potsdam Stadt, um nach der Wiedervereinigung beim Aufbau der Betriebsprüfung mitzuhelfen. Vor rund 25 Jahren ist sie zur Steuerfahndung Düsseldorf gewechselt und seit 2015 als Ermittlerin und Vertreterin der Sachgebietsleitung in der Sondereinheit EOKS - Ermittlungsgruppe Organisierte Kriminalität und Steuerhinterziehung –mit Sitz im LKA NRW tätig. Seit dem 01.01.2024 darf Frau Orths mit dabei helfen, die neu gegründete Behörde, das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität LBF, als Teil der „Mannschaft“ mit aufzubauen.

Privat: Lesen (viele Krimis), Musik, Malen, Schreiben, Motorrad fahren

Ihr neues Buch: Ein rasanter Mix aus echtem Krimi und seltenen Einblicken in behördliche Ermittlungsarbeit inclusive der politischen Dimension der Steuerschäden, über die man anderenorts gerne schweigt.

Als Steuerfahnderin auf der Spur des Geldes - Paperback | ULLSTEIN

Fotocredtit: Fotostudio Lucretia Althabe, Berlin 

 


ABLAUF DES ABENDS
19.00 Uhr: Get-together mit Willkommensgetränk 
19.30 Uhr: Gespräch mit anschließenden Fragen aus dem Publikum
20:30 Uhr: Ausklang mit Networking & Finger Food
22.30 Uhr: Ende der Veranstaltung

Die TEILNAHMEGEBÜHR wird für kulinarische Köstlichkeiten sowie ausgewählte Getränke erhoben. Mitglieder zahlen 45 € und Gäste 65 € pro Person.

DRESSCODE: Business/ Smart Casual

Fotocredt: Bild (@daniel+)